Ausführungsmodelle · Stand 2026

Market Maker vs ECN Broker: STP und DMA im Unterschied erklärt

Ein Market-Maker-Broker tritt selbst als Gegenpartei jedes Trades auf, während ein ECN-Broker Orders in ein Netzwerk aus mehreren Marktteilnehmern einspeist und automatisch zusammenführt.

STP-Broker leiten Orders an ausgewählte Liquiditätsanbieter weiter und schlagen die Marge auf den Spread auf. Direct Market Access sendet die Order direkt in das Orderbuch einer Bank oder Börse, ohne eine zwischengeschaltete Matching-Ebene.

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08/2026Stand der Daten
Broker nach Ausführungsmodell vergleichen? Regulierung, Spreads und Kontotypen aller elf verglichenen MT5-Broker.
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Überblick

Market-Maker, ECN, STP und DMA im Überblick

Die vier Ausführungsmodelle unterscheiden sich vor allem darin, wer die Gegenpartei eines Trades ist und wie die Kosten strukturiert sind.

Vergleich der vier Ausführungsmodelle
ModellGegenparteiKostenstrukturInteressenkonflikt
Market-MakerDer Broker selbstFixer oder variabler Spread ohne separate KommissionStrukturell vorhanden, der Broker verdient bei Kundenverlusten
STPLiquiditätsanbieter, vom Broker ausgewähltSpread mit eingepreistem Aufschlag, meist ohne KommissionGeringer, aber Aufschlag bleibt intransparent
ECNMehrere Marktteilnehmer über ein Matching-NetzwerkSpread nahe null zuzüglich fester Kommission pro LotEntfällt weitgehend
Direct Market AccessBank oder Börse direktVariabler Spread, oft ohne ZwischenaufschlagEntfällt, meist institutionellen Kunden vorbehalten
Interessenkonflikt

Warum entsteht bei Market-Maker-Brokern ein Interessenkonflikt?

Ein Market-Maker-Broker verdient direkt, wenn ein Kunde Verluste erleidet, da der Broker selbst die Gegenposition zum Trade hält.

Dieser Mechanismus schafft einen strukturellen Anreiz gegen das Interesse des Kunden, auch wenn er keine automatische Unseriosität bedeutet. Regulierte Market-Maker müssen ihre Rolle als Gegenpartei offenlegen und bleiben trotzdem an Best-Execution-Pflichten gebunden, etwa nach den britischen FCA-Regeln COBS 11.

STP

Was ist ein STP-Broker?

Ein STP-Broker leitet Kundenorders elektronisch an eine begrenzte Auswahl von Liquiditätsanbietern weiter, ohne manuellen Eingriff eines Händlers. Anders als ein reiner ECN-Broker bündelt ein STP-Broker Kurse aus wenigen ausgewählten Quellen und wählt oder mischt den besten Preis selbst aus, statt den Kunden einem vollen Orderbuch auszusetzen. Die Marge entsteht meist über einen Aufschlag auf den Rohspread statt über eine sichtbare Kommission.

DMA

Was ist Direct Market Access?

Direct Market Access sendet die Kundenorder direkt in das Orderbuch einer Bank oder Börse, ohne eine zwischengeschaltete Matching-Ebene wie bei ECN. Dieses Modell ist im Retail-Devisenhandel selten und meist institutionellen, professionellen oder besonders umsatzstarken Kunden vorbehalten, da die meisten als ECN vermarkteten Retail-Konten technisch eine ECN/STP-Mischform sind statt reinem DMA.

Erkennungsmerkmale

Wie erkenne ich, welches Modell mein Broker verwendet?

  • Kontobezeichnungen wie Raw, ECN, Pro oder Zero deuten meist auf ein kommissionsbasiertes Modell mit nahezu null Spread hin.

  • Kontobezeichnungen wie Standard, Classic oder Market deuten meist auf ein Spread-only-Modell mit Market-Maker- oder STP-Charakter hin.

  • Formulierungen wie "wir handeln als Gegenpartei" in der Ausführungsrichtlinie weisen auf ein Market-Maker-Modell hin.

  • Eine separat ausgewiesene Kommission pro Lot neben einem sehr niedrigen Spread weist auf ECN oder STP mit Kommission hin.

Kontotypen der einzelnen Broker vergleichen Spread, Kommission und Mindesteinzahlung aller verglichenen MT5-Broker im Überblick.
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Broker-Einordnung

Welche MT5-Broker arbeiten nach welchem Modell?

Die folgende Einordnung basiert auf öffentlich vermarkteten Kontobezeichnungen, nicht auf einer geprüften Rechtsklassifikation jedes Brokers.

Vermarktetes Ausführungsmodell je Broker, Stand August 2026
BrokerVermarktetes ModellHinweis
PepperstoneECN im Razor-Konto, STP-ähnlich im Standard-KontoBeide Kontotypen parallel verfügbar
TickmillClassic eher Market-Maker-nah, Pro/Raw als ECN vermarktetTickmill bezeichnet sein eigenes Modell teils selbst als "Hybrid"
Fusion MarketsECN/STP ohne Dealing Desk im Zero-KontoKlassisches Konto eher Spread-only
ActivTradesSTP beziehungsweise Hybrid, laut Drittanbieter-QuellenVor Nutzung direkt bei ActivTrades verifizieren
FxProVermarktet sich selbst als No-Dealing-Desk/STPVor Nutzung direkt bei FxPro verifizieren
GBE brokersECN und STP je nach KontotypVor Nutzung direkt bei GBE brokers verifizieren
FXOpenECN-Konto mit KommissionVor Nutzung direkt bei FXOpen verifizieren
LibertexLaut Drittanbieter-Quellen überwiegend Market-Maker-ModellVor Nutzung direkt bei Libertex verifizieren
Regulierung

Sind Market-Maker-Broker unseriös oder illegal?

FCA COBS 11 geprüft

Nein, das Market-Maker-Modell ist ein legitimes, reguliertes Geschäftsmodell und keine automatische Unseriosität. Aufsichtsbehörden wie die FCA verlangen jedoch eine klare Offenlegung der Gegenparteirolle und binden Market-Maker weiterhin an Best-Execution-Pflichten, weshalb ein Market-Maker-Broker mit gültiger Lizenz und transparenter Offenlegung nicht automatisch schlechter reguliert ist als ein ECN-Broker.

Kosten

Was kostet der Handel bei den unterschiedlichen Modellen?

Bei einem beispielhaften Interbank-Spread von 0,4 Pips auf EUR/USD verlangt ein ECN-Broker häufig eine zusätzliche Kommission von rund 4 US-Dollar pro 100.000 Einheiten, während ein STP-Broker denselben Rohspread auf etwa 1,4 Pips aufschlägt und daraus seine Marge ohne separate Kommission erzielt. Direct Market Access ist Privatanlegern kaum zugänglich, da es überwiegend institutionellen oder besonders umsatzstarken Kunden vorbehalten bleibt. Konkrete, aktuelle Spreads und Kommissionen der einzelnen Broker finden Sie im MetaTrader 5 Broker Vergleich.

Fazit

Market-Maker-, STP-, ECN- und DMA-Broker unterscheiden sich vor allem darin, wer die Gegenpartei des Trades stellt und wie transparent die Kosten ausgewiesen werden. Für aktives Scalping und Daytrading eignen sich ECN- oder DMA-nahe Modelle wegen der engeren Rohspreads meist besser als klassische Market-Maker-Konten.

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Häufige Fragen

FAQs

Was ist der Hauptunterschied zwischen Market-Maker und ECN?

Ein Market-Maker-Broker ist selbst Gegenpartei des Trades und setzt eigene Kurse, ein ECN-Broker leitet Orders an ein Netzwerk aus mehreren Marktteilnehmern weiter und berechnet dafür meist eine Kommission.

Ist ein Market-Maker-Broker automatisch unseriös?

Nein, das Modell ist legal und reguliert, solange der Broker seine Rolle als Gegenpartei offenlegt und Best-Execution-Pflichten einhält.

Was ist Direct Market Access und wer nutzt es?

Direct Market Access sendet Orders direkt in das Orderbuch einer Bank oder Börse. Es ist im Retail-Bereich selten und meist institutionellen oder umsatzstarken Kunden vorbehalten.

Wie erkenne ich das Ausführungsmodell meines Brokers?

Kontobezeichnungen wie Raw oder ECN deuten auf ein kommissionsbasiertes Modell hin, Bezeichnungen wie Standard oder Classic eher auf Market-Maker oder STP mit Spread-Aufschlag.